Neunkirchen (Saarland), 26. Januar 2026 (JPD) – Der Folienhersteller Treofan hat sein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen und ist auf einen neuen Rechtsträger übertragen worden. Rund fünf Monate nach Antragstellung wurde der Geschäftsbetrieb auf die neu gegründete, insolvenzfreie Polyopt GmbH überführt. Damit endet für den Standort Neunkirchen das Insolvenzverfahren, das im September 2025 begonnen hatte.
Nach Angaben der Beteiligten wurden die Übernahmeverträge bereits im Dezember unterzeichnet. Nachdem inzwischen die erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen, konnte der Vollzug nun umgesetzt werden. Mit der Übertragung bleiben der Produktionsstandort im Saarland sowie rund 290 Arbeitsplätze erhalten. Ziel ist die Fortführung des operativen Geschäfts ohne die Belastungen des Insolvenzverfahrens.
Übernahme durch Al-Ghurair-Gruppe sichert Standort Neunkirchen
Hinter der neuen Gesellschaft Polyopt GmbH steht die in Dubai ansässige, familiengeführte Al Ghurair Group. Die Unternehmensgruppe ist international in verschiedenen Industriebereichen tätig und baut mit der Übernahme ihre Aktivitäten in der Kunststoffbranche aus. Bereits zur Gruppe gehört der Folienhersteller Taghleef Industries, der als einer der weltweit führenden Anbieter flexibler Polypropylen-Folien gilt. Polyopt und Taghleef sollen künftig als Schwesterunternehmen zusammenarbeiten.
Der Erwerber beabsichtigt, am Standort Neunkirchen sowohl die Entwicklung und Fertigung von Kondensatorfolien als auch die Produktion flexibler Verpackungsfolien fortzuführen. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Sanierung und Investorensuche hatte die Generalbevollmächtigte Dr. Anna Katharina Wilke von der Kanzlei Flöther & Wissing begleitet, die Treofan im Eigenverwaltungsverfahren unterstützt hatte.
Treofan hatte am 4. September 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Ausgangslage konnte der Betrieb stabilisiert und fortgeführt werden. Der gerichtlich bestellte Sachwalter Dr. Sebastian Mohrs von der Kanzlei Abel und Kollegen überwachte das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Nach dem nun abgeschlossenen Verkaufsprozess sieht die Justizverwaltung den Standort mit der Übernahme durch einen strategischen Investor auf eine neue Grundlage gestellt. Die Ermittlungen und Abwicklung des Eigenverwaltungsverfahrens münden damit in einen Neustart des Unternehmens unter neuem Namen.






