
Wiesbaden, 21. Januar 2026 (JPD) – Die hessischen Strafverfolgungsbehörden haben zu Jahresbeginn 2026 eine landesweite Schwerpunktaktion gegen Kindes- und Jugendmissbrauch sowie gegen kinder- und jugendpornografische Inhalte durchgeführt. In der vergangenen Woche durchsuchten Ermittlerinnen und Ermittler 68 Wohnungen und Häuser und stellten dabei mehr als 400 Datenträger sicher. Die Maßnahmen richteten sich gegen 65 Beschuldigte und fanden zwischen dem 12. und 16. Januar im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften statt. Koordiniert wurde der Einsatz vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA).
Die Beschuldigten sind zwischen 14 und 72 Jahre alt und sämtlich männlich. Ihnen wird überwiegend die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen. In 15 Fällen besteht zudem der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von unter 18-Jährigen. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen stehen die Beschuldigten untereinander nicht in Verbindung.
68 Durchsuchungen und über 400 Datenträger sichergestellt
Im Anschluss an die Durchsuchungen begleiteten die Einsatzkräfte zehn Beschuldigte zur Vernehmung auf Polizeidienststellen. In einem Fall wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Insgesamt stellten die Ermittlerinnen und Ermittler 405 Speichermedien sicher, darunter unterschiedliche digitale Datenträger, die nun forensisch ausgewertet werden.
Die Maßnahmen erstreckten sich auf zahlreiche Städte und Landkreise in Hessen, darunter Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Hanau, Kassel und Wiesbaden sowie unter anderem die Kreise Fulda, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf und Rheingau-Taunus. Zusätzlich wurden jeweils eine Durchsuchung in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ziel der Einsätze ist es, strafbare Inhalte zu sichern, Tatverdächtige zu identifizieren und mögliche Gefährdungen von Kindern frühzeitig zu unterbinden.
Zentraler Baustein der hessischen Ermittlungsarbeit ist die Einheit „FOKUS“ beim HLKA. Sie bündelt seit mehreren Jahren landesweit Verfahren zu Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. Hinweise stammen unter anderem aus Anzeigen von Bürgerinnen und Bürgern, aus Folgeverfahren sowie von Internetdienstleistern. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch das US-amerikanische National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC), das Meldungen über mögliche Straftaten an das Bundeskriminalamt und von dort an die Länder weiterleitet. Allein in Hessen gingen im vergangenen Jahr 4.290 solcher Hinweise ein, die im HLKA geprüft und priorisiert werden.
Mit der aktuellen Schwerpunktmaßnahme setzen die hessischen Strafverfolgungsbehörden ihre Strategie fort, Sexualstraftaten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen konsequent zu verfolgen. Neben der Strafverfolgung steht dabei insbesondere der Schutz potenziell gefährdeter Minderjähriger im Mittelpunkt der Ermittlungen.