Hoppstädten-Weiersbach, 21. Januar 2026 (JPD) – Der Spielwarenhändler ROFU Kinderland hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach stellte einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Idar-Oberstein. Das Gericht ordnete am 19. Januar 2026 das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren an. Ziel ist es, das Unternehmen unter eigener Leitung wirtschaftlich neu aufzustellen und dauerhaft fortzuführen.
Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt, während externe Sanierungsexperten den Restrukturierungsprozess begleiten. In die Geschäftsführung tritt Marcus Katholing von der PLUTA Management GmbH als Chief Restructuring Officer ein, unterstützt von Daniela Jeske. Gemeinsam mit den Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl soll der Sanierungsplan umgesetzt werden. Die insolvenzrechtliche Beratung übernimmt die PLUTA Rechtsanwalts GmbH. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. von Schiebe und Collegen, die das Verfahren überwacht und die Interessen der Gläubiger wahrt.
Geschäftsbetrieb in 104 Filialen läuft weiter
ROFU Kinderland betreibt bundesweit 104 Filialen in sieben Bundesländern. Der Geschäftsbetrieb wird während der Sanierung fortgeführt. Nach Angaben des Unternehmens bleiben die Märkte zu den üblichen Zeiten geöffnet, auch der Online-Shop ist weiterhin nutzbar. Die rund 1.970 Beschäftigten wurden über das Verfahren informiert; ihre Entgelte sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Zudem steht ROFU in Abstimmung mit Lieferanten und dem Einkaufsverband Markant, um die Warenversorgung sicherzustellen.
Als Gründe für den Antrag nennt das Unternehmen ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie einen intensiven Wettbewerb im Nonfood-Handel. Vor diesem Hintergrund soll ROFU strategisch neu ausgerichtet werden. Geplant sind unter anderem eine stärkere Fokussierung auf den stationären Handel in Verbindung mit Omnichannel-Strukturen, effizientere Prozesse sowie eine verbesserte Bestands- und Flächensteuerung.
Parallel dazu wird der bereits begonnene Investorenprozess fortgesetzt. Ziel ist es, im Rahmen der Eigenverwaltung einen neuen Investor zu gewinnen, der die künftige Ausrichtung des Unternehmens unterstützt. Die Sachwalterin begleitet das Verfahren unter gerichtlicher Aufsicht, während das Management die operative Verantwortung behält. Das Eigenverwaltungsverfahren dient damit der Sanierung und dem Erhalt des Unternehmens unter Fortführung des laufenden Geschäftsbetriebs.