Wiesbaden, 19. Januar 2026 (JPD) – Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland hat im November 2025 spürbar zugelegt. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg das Volumen der offenen Bestellungen gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent. Im Jahresvergleich zum November 2024 erhöhte sich der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 5,9 Prozent. Damit setzt sich die Stabilisierung der industriellen Nachfrage fort.

Tragend für die Entwicklung war vor allem der Zuwachs in mehreren zentralen Industriezweigen. Besonders stark fiel der Anstieg im sonstigen Fahrzeugbau aus, zu dem unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Schienenfahrzeuge und Militärfahrzeuge zählen. Dort erhöhte sich der Auftragsbestand gegenüber Oktober um 3,1 Prozent, nachdem im Berichtsmonat ein hohes Volumen an Großaufträgen verbucht worden war. Auch die Automobilindustrie mit einem Plus von 3,0 Prozent sowie der Maschinenbau mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent stützten das Gesamtergebnis.

Inlandsnachfrage treibt den Auftragsbestand

Neben der Branchenentwicklung wirkte sich vor allem die Nachfrage aus dem Inland positiv aus. Die offenen Aufträge inländischer Kunden nahmen im November 2025 gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent zu. Der Bestand an Auslandsaufträgen wuchs im gleichen Zeitraum um 0,9 Prozent. Damit ging der jüngste Anstieg des Auftragsbestands überwiegend auf Impulse aus dem deutschen Markt zurück.

Nach Gütergruppen zeigte sich ein differenziertes Bild. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand um 2,3 Prozent, bei Konsumgütern sogar um 4,0 Prozent. Dagegen verzeichneten die Produzenten von Vorleistungsgütern einen Rückgang um 0,7 Prozent. Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine robuste Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern und Endprodukten hin.

Mit dem Zuwachs erhöhte sich auch die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands. Sie lag im November 2025 bei 8,0 Monaten nach 7,9 Monaten im Oktober. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg die Reichweite auf 11,0 Monate, während sie bei Vorleistungsgütern mit 4,3 Monaten unverändert blieb. Bei Konsumgütern nahm sie auf 3,8 Monate zu. Die Reichweite beschreibt, wie lange Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge produzieren könnten, um ihre vorhandenen Bestellungen abzuarbeiten.

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