Kassel, 16. Januar 2026 (JPD) – Am Bundessozialgericht hat erstmals ein Moot Court im Sozialrecht stattgefunden. Zehn Studierendenteams deutscher Universitäten traten am 14. Januar 2026 in einer simulierten Gerichtsverhandlung gegeneinander an und erprobten ihr juristisches Können unter realitätsnahen Bedingungen. Grundlage des Wettbewerbs waren zuvor eingereichte Schriftsätze, auf deren Basis die Teams ihre Argumente mündlich vortrugen.

Gegenstand des Verfahrens war ein Fall aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Teilnehmenden präsentierten ihre rechtlichen Standpunkte vor einer Jury, die aus Richterinnen und Richtern des Bundessozialgerichts bestand. Ziel der Veranstaltung war es, Studierenden frühzeitig Einblicke in die Praxis der sozialgerichtlichen Rechtsprechung zu ermöglichen und die Bedeutung des Sozialrechts in der juristischen Ausbildung zu stärken.

Studierende verhandeln Rentenrechtsfall vor Richterjury

Die Präsidentin des Bundessozialgerichts, Dr. Christine Fuchsloch, betonte zur Eröffnung die Rolle des Sozialrechts innerhalb der Rechtsordnung. Es handele sich nicht um ein Randgebiet, sondern um ein zentrales Feld zur Konkretisierung des Sozialstaatsprinzips. Der Moot Court solle daher einen Beitrag leisten, sozialrechtliche Inhalte stärker in der Ausbildung zu verankern.

Nach Abschluss der mündlichen Verhandlungen wurden die besten Leistungen ausgezeichnet. Den ersten Platz belegte das Team der Humboldt-Universität zu Berlin. Auf Rang zwei folgte ein Team der Universität Bonn, Platz drei erreichte das Team I der Ruhr-Universität Bochum. Die Preisverleihung bildete den Abschluss der Veranstaltung im Elisabeth-Selbert-Saal des Bundessozialgerichts.

Der erstmals ausgerichtete Moot Court bot den Studierenden die Möglichkeit, ihre Argumentation vor Gericht zu trainieren und praktische Erfahrungen in einer authentischen Umgebung zu sammeln. Zugleich diente die Veranstaltung dem fachlichen Austausch zwischen Hochschule und höchstem deutschen Sozialgericht. Nach Angaben des Gerichts soll das Format künftig fortgeführt werden.

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